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Gut, wo fang ich am besten an?Kindheit? Vielleicht. Als Kind war ich nicht wirklich dick, nur etwas speckig. Meine Mum hat mir damals geraten, beim Essen etwas aufzupassen, da ich mich in der Pubertät nochmal verändern werd. Ich war dann so 11 Jahre alt, als ich das erste Mal meine Mum gebeten hab, für mich auch Diät zu kochen. Sie war zu der Zeit selber auf unzähligen Diäten unterwegs. Als Kind hab ich das Ganze aber doch nicht sooo ernst genommen und nachher wieder weitergefuttert.

Wie befürchtet, ging ich mit 12/13 in die Breite. Mich störte das ungemein, aber ich spielte die Selbstbewußte, die (angeblich) zu ihrer Figur steht. Wollte mir dann auch einen ziemlich feschen Burschen angeln, aber der sagte mir einfach brutal, dass ich zu fett sei, ein häßliches Doppelkinn hab und nicht hübsch sei, weil ich in meinem fetten Gesicht auch noch eine ur hässliche große Nase hab. Wenn ich Geld hätte, wär diese katastrophale Fehlbildung der Natur schon längst korrigiert. Eh klar, wen sich der Typ dann angelte: unsere Klassenschönheit. Groß, dünn, lange Beine, schöne lange Haare, perfektes Gesicht und auch eine schön geformte Oberweite. Ab dem Zeitpunkt genierte ich mich für mein Aussehen. Ich hatte zwar schon einen fixen Freund, doch dem gefiel ich, weil er selber hässlich war. Aber meist zählt doch das Innere mehr.

Da das nur eine Jugendbeziehung war (ich war 14-15), hielt die auch nicht ewig. Hab nachher ziemlich viele gemeine Absagen erhalten, wenn ich mit jemand was anfangen wollt. Beinahe einziger Grund: mein Aussehen. Ab da hab ich dann wirklich angefangen, mich intensiv mit Abnehmen auseinander zusetzen und auch ganz genau Mädchen beobachtet, die dünn waren, damit ich mal ein Ziel vor Augen hatte.

Zunächst strich ich alle Dickmacher von meinem persönlichen Ernährungsplan. Was ich von Mum gekochtes essen mußte, hab ich auch genau unter die Lupe genommen und ihr scheinheilig ein paar diätische Zubereitungstipps gegeben. Sicher, denn ich mußte das auch essen! Wenn ich im Vorfeld schon einiges entschärfen konnte, war das nicht ganz so tragisch. Ich hab auch Portionen mit der Zeit immer mehr minimiert oder Essen ganz ausgelassen. Unter Anas sind Tricks und Ausreden das Um und Auf, nur um nicht essen zu müssen.

Nicht lang danach bekam ich die ersten positiven Kommentare über mein Aussehen. Den Mitschülern fiel es also auf! jaaaaaah! Es zeigten sich erste Erfolge. Aber nur nicht nachlassen! Schau, wie schön dünn die ist und wie fett ich noch bin!Vor der Diät hatte ich 60kg, ich war grad 15 und 1.59m groß. Zwei Monate später wog ich 52kg. Da ich mich aber so gefreut hab über nette Bemerkungen, hat mich das auch unheimlich angespornt, weiterzumachen. Und siehe da: 50kg! Leider hatte ich auch ein paar Jungs in der Klasse, die mich ohnehin nicht leiden konnten. Hatten die mich vorher als Fetthaufen beschimpft, war ich jetzt die dürre Hexe mit der Riesennase. Und meine damaligen Freundinnen haben mich auch ausgegrenzt. Warum, weiß ich nicht. Ich dachte mir da nur, ich werde jetzt auch hübsch und dünn wie sie und das waren sie mir neidisch und wollten mit einer Konkurrentin nicht mehr befreundet sein, weil ich könnte ja ihnen die Show stehlen! Aber sicher: Miss Speckrolle, die neue Beautyqueen der Klasse! Da ich schon ziemlich weit in der ES drinnen war (ich merkte das gar nicht, ich lebte nur so vor mich hin), hatten sich bald alle von mir abgewendet. Da ist was los bei dir, da wollen wir nicht anstreifen, vielleicht müssen wir dir noch helfen bei deinen Problemen. Nein, damit wolln wir nix zu tun haben. Nette Freundinnen. Ich war fest davon überzeugt, sie wollen keine Häßliche und Fette in ihrem schönen Freundeskreis.

Dann kamen Sommerferien und ich wurde noch weniger. Schulscheiß war zwar vorbei (Freundschaften auch), aber meine Eltern nervten mich wegen jedem Bissen, den ich (nicht) zu mir nahm. Da meine Tage dann auch noch ausblieben, zerrte Mum mich zum Arzt. Der schickte mich erst mal ins Kinder-und Jugendspital. 3 Tage war ich dort. Kam hin mit 44kg. Ging raus mit 45kg. Horror! Ich war natürlich wieder ur fett! Die mästen mich! Hilfe! Kaum daheim, legte ich wieder mit meinen Sachen los. 3Monate später: kling! 36kg. Ja, langsam war ich mit meinen Leistungen zufrieden. Für die andern war ich auf einmal zu dünn, ich muß was machen. ja- weiter abnehmen, denn es mußten noch einige andere Knochen hervorstehen! Sicher nicht essen, denn sonst hab ich in 0,nix wieder fette 60 Tonnen drauf. Um von daheim und anderen "Besorgten" loszukommen, trieb ich stundenlang Sport. Nur nicht daheim sein, weil dann muß ich wieder essen! Der Arzt hat zwar schon bei mir Anorexie diagnostiziert, aber ich konnte mich mit dem nun gar nicht anfreunden. Ich war doch soo fett, wie konnte ich denn so eine Krankheit haben? Hat der mein Geschwabbel nicht mitgekriegt, das Erdbeben, wenn ich im KH herumlief? Soll er so denken, ich weiß es besser. Der Vorteil daran ist aber, jetzt tu ich allen leid, denen ich vorher scheißegal gewesen bin oder mich gemobbt haben. Ich hab ja gesagt, ich werd es denen zeigen. Auf meine Art! Die macht mir so schnell keiner nach! ^^

Da ich endlich die Beachtung für meine Leistungen erhielt, glaubte ich ihnen sogar ein wenig ihrer Sorgen um mich. Ich mußte mir bereits eingestehen, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Ich wurde ins Krankenhaus überwiesen auf eine Kinder-und Jugensdpsychosomatische Station. Für die nächsten 2 Wochen. Zur Beobachtung. Jaja. Draus wurden zunächst mal 3 Monate. Bäh, mir wurde Essen (das war kein Essen, das war schlimmer als Saufraß!) vorgesetzt, das ich vom KH aus essen MUSSTE. Müssen tu ich gar nix außer scheißen. Wenn man nicht essen wollte, mußte man nachher noch 1 Stunde beim Tisch sitzen bleiben (man könnte ja doch noch nachgeben). Schmecks! Ich blieb beinhart. Die Pfleger verzweifelten schon mit mir. Wenns wenigstens kalorienarmes Zeug gewesen wär, hätt ich noch mal mit mir reden lassen. Vielleicht. Aber was setzen die mir vor? Nicht mal ein normaler Mensch frißt eine fettäugige schlatzige Suppe, dann eine riiiiieeeesen Portion Spaghetti + öligem Salat und schiebt noch ein Stück schmierige Torte nach. Ich müsse was essen, ich bin zu dünn. Ja, aber so nicht. Ich bin nicht scharf drauf, in ein paar Jahren katastrophale Cholesterin- und Leberwerte und vllt noch Diabetes zu haben von dem Giftmüll. Das hab ich nicht mal verdrückt als ich noch extrem fett war. Ja und diese Mengen! Wenn der Magen Monate fast nichts bekommt, kann er die plötzlichen Unmassen nicht verarbeiten. Gut, mittlerweile hatte ich mir einen eisernen Willen angezüchtet. Gegen den kommt keiner an. Die 3 Horrormonate hab ich irg überstanden. Die Ärzte waren sich nicht wirklich einig, ob ich schon entlassen werden sollte, denn ich hatte es doch geschafft, auf 34kg runterzukommen. Ich ließ mich schleunigst von meinen Eltern abholen, damit ich schneller daheim bin als die mit dem Überlegen fertig sind. Meine Eltern unterschrieben meine Entlassung und fort war ich. Auf nimmer Wiedersehn! Dachte ich.

Daheim trieb ich meine Spielchen aufs Extremste. Da Magersüchtige (ich hatte meinen neuen Titel bereits akzeptiert - war sogar stolz drauf) meistens untereinander konkurrieren, hatte ich einen neuen Anreißer, mich zu beherrschen. Eine aus dem KH wollte unbedingt auch auf 34kg, weil sie selber noch 37kg hatte.Und ich wollte mir meinen Erfolg nicht nehmen lassen, zudem ich im KH die Dünnste war. Naja, daheim dachte ich unentwegt, was das Mädel für Tricks bei sich daheim (wir wurden alle zur selben  Zeit entlassen) anwendet, dünner zu werden. Und ich/wir mussten wie all die andern Entlassenen noch 1x die Woche in ambulante Therapie. Und wenn wir uns dann übern Weg laufen, kann ich es schlecht ertragen, wenn sie mich überholt hat. Mit solchen Ängsten lebte ich grad mal 2 Monate durch den Tag. Aber in meinem Wahn hab ichs zu weit getrieben.

Mir wurde ein Minimumgewicht vorgeschrieben, das ich nicht unterschreiten dürfe. Das waren 32kg. ja- dürfe. Ich war voll drunter! 30 ganz genau! Juppijuppi. Meine Eltern fanden das aber nicht juppi und hielten ein Gespräch mit den Ärzten ab. In der Zeit, in der ich das Gespräch abwartete, hätt ich flüchten müssen, mich irgendwo absetzen, untertauchen.

Meine Eltern hätt ich am liebsten erwürgt: hatten die doch tatsächlich zugelassen, dass man mich im KH behält und an die Sonde hängt. Zwangsernährung! Mästung! Hilfe, nein - ich bin jetzt endlich irg zufrieden und dann wolln die mich alle vollstopfen? Wollen die mich zur Schande der Welt machen? Ich - die allen gezeigt hat, was eiserner Wille ist? Stärke, Kontrolle, Disziplin, Perfektion, Leichtigkeit, durchhalten? Das alles in mühevoller Arbeit erreichte einfach - pfft und weg? Nein! Ich tobte und schrie. Ich zuckte voll aus. Irg habens die geschafft, mir ein Wurschtigkeitsspritzerl zu pieksen. Ich wurde regelrecht high und ich ließ alles über mich ergehen. Mir fehlen ein paar Minuten/Stunden? in meiner Erinnerung, jedenfalls, als sich mein Bewußtsein wieder etwas geklärt hatte, nahm ich die neuen Umstände erst richtig wahr. Ich lag im Bett - umgezogen - mit einer Sonde in der Nase bis in den Magen. Na fein, so hab ich mir das immer vorgestellt. *bitterböselach*

 




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